Hunderasse des Tages: Groenendael

Herkunft und Geschichte
Der Groenendael ist eine der vier offiziell anerkannten Varietäten des Belgischen Schäferhundes und blickt auf eine über hundertjährige, faszinierende Geschichte zurück. Seine Ursprünge liegen im Belgien des späten 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der die Viehzucht und damit auch die Arbeit der Hütehunde einen hohen Stellenwert besaßen. Die Region um Brüssel, insbesondere das Schloss Groenendaal, ist Namensgeber und Wiege dieser eleganten, schwarzen Schäferhundvariante. Der Groenendael entstand durch gezielte Selektion innerhalb der belgischen Hütehunde, die sich zuvor in Typ und Haarkleid stark unterschieden. Der belgische Kynologe Professor Adolphe Reul spielte eine entscheidende Rolle bei der Systematisierung der Zucht: 1891 gründete er mit Gleichgesinnten den „Belgischen Schäferhundklub“ und legte 1892 den ersten Rassestandard fest. Die gezielte Zucht des Groenendael begann mit dem Züchter Nicolas Rose, der auf dem Schloss Groenendaal ein Paar schwarzer, langhaariger Hunde miteinander verpaarte. Aus dieser Linie ging der Rüde „Duc de Groenendael“ hervor, der als Stammvater der Rasse gilt. Die Groenendaels waren ursprünglich vielseitige Arbeitshunde, die Schafe hüteten, Vieh trieben und als Wachhunde dienten. Ihre Intelligenz, ihr Mut und ihre Ausdauer machten sie bald auch für andere Aufgaben interessant: Im Ersten Weltkrieg wurden Groenendaels als Meldehunde, Sanitätshunde und sogar als Zugtiere für Maschinengewehre eingesetzt. Nach dem Krieg verbreitete sich die Rasse international, wobei sie in vielen Ländern als Polizei-, Rettungs- und Diensthund geschätzt wurde. 1901 erfolgte der erste Eintrag in das Zuchtbuch der Société Royale St. Hubert, 1956 die Anerkennung durch die FCI. Heute ist der Groenendael weltweit als eleganter, leistungsfähiger und vielseitiger Schäferhund bekannt, der sowohl im Hundesport als auch als Familien- und Gebrauchshund überzeugt. Seine Geschichte steht für die Verbindung von Tradition, Innovation und der engen Beziehung zwischen Mensch und Hund in der europäischen Kulturgeschichte.
Aussehen und Charakter
Der Groenendael besticht durch sein elegantes, majestätisches Erscheinungsbild und seine athletische Silhouette. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 60 bis 66 Zentimetern, Hündinnen von 56 bis 62 Zentimetern, das Gewicht liegt bei Rüden zwischen 25 und 30 Kilogramm, bei Hündinnen zwischen 20 und 25 Kilogramm. Das markanteste Merkmal ist das lange, glatte, tiefschwarze Fell mit dichter Unterwolle, das an Hals und Brust eine üppige Mähne bildet und an den Hinterläufen in sogenannten „Hosen“ ausläuft. Weiße Abzeichen an Brust oder Zehen sind laut Standard erlaubt, aber selten. Der Kopf ist lang, gut gemeißelt, mit mandelförmigen, mittelgroßen, dunkelbraunen Augen und hoch angesetzten, dreieckigen Stehohren. Die Schnauze ist kräftig, der Stop mäßig ausgeprägt. Die Rute ist tief angesetzt, mittellang, buschig und wird in Ruhe herabhängend, bei Erregung fast senkrecht erhoben getragen. Der Körperbau ist nahezu quadratisch, kräftig und doch elegant, mit geradem, festem Rücken und gut entwickelter Muskulatur. Charakterlich ist der Groenendael lebhaft, intelligent, arbeitsfreudig und sehr loyal. Er besitzt einen ausgeprägten Schutzinstinkt, ist wachsam, aufmerksam und sensibel. Mit klarer Führung und ausreichend Beschäftigung zeigt er sich als liebevoller Familienhund, der Kinder und andere Tiere akzeptiert. Unterforderung kann zu Nervosität führen, daher ist eine konsequente, aber liebevolle Erziehung wichtig. Seine hohe Lernbereitschaft, seine Anpassungsfähigkeit und sein freundliches Wesen machen ihn zu einem idealen Begleiter für aktive Menschen, die einen treuen, vielseitigen und leistungsfähigen Hund suchen.