Hunderasse des Tages: Collie (Langhaar)

Herkunft und Geschichte
Der Collie (Langhaar), auch als Schottischer Schäferhund oder Langhaarcollie bekannt, ist eine der traditionsreichsten und bekanntesten Hütehunderassen der Welt. Seine Ursprünge liegen in den rauen, weitläufigen Landschaften Schottlands und Nordenglands, wo er seit Jahrhunderten als Hüte- und Arbeitshund für große Schafherden eingesetzt wurde. Bereits im 13. Jahrhundert gibt es Hinweise auf Hunde, die als „Colley dogs“ bezeichnet wurden – benannt nach den schwarzen „Colley“-Schafen, die sie bewachten. Die Zucht des Collies wurde maßgeblich durch die Bedürfnisse der schottischen Schäfer geprägt: Gefragt waren Ausdauer, Intelligenz, Führigkeit und ein wetterfestes Fell. Im 19. Jahrhundert erlangte der Collie durch die Popularität von Queen Victoria, die mehrere Collies auf ihrem Landsitz Balmoral hielt, große Bekanntheit. Die Rasse wurde zum Modehund der britischen Oberschicht und fand ihren Weg auf Ausstellungen und in die Zuchtbücher. Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen des Hundesports wandelte sich das Bild des Collies vom reinen Arbeitshund zum vielseitigen Begleit- und Familienhund. Die berühmte Romanfigur „Lassie“ trug ab den 1940er Jahren maßgeblich zur weltweiten Popularität des Langhaarcollies bei und prägte das Image der Rasse als treuer, intelligenter und heldenhafter Familienhund. Heute ist der Collie (Langhaar) nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit als vielseitiger, freundlicher und anpassungsfähiger Hund geschätzt. Seine Geschichte steht für die enge Verbindung zwischen Mensch, Hund und ländlicher Kultur und für die Fähigkeit, sich über Jahrhunderte hinweg an wechselnde Anforderungen und Lebensumstände anzupassen.
Aussehen und Charakter
Der Collie (Langhaar) ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit einem eleganten, harmonischen und anmutigen Erscheinungsbild. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 56 bis 61 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt zwischen 20 und 30 Kilogramm. Das Fell ist lang, dicht und üppig, mit einer weichen, dichten Unterwolle, die den Hund vor Kälte, Nässe und Wind schützt. Die Fellfarben reichen von sable (verschiedene Gold- und Brauntöne), tricolor (schwarz, weiß und braun), blue merle (grau mit schwarzen Flecken) bis zu reinem Weiß mit Abzeichen. Der Kopf ist lang und schmal, mit ausgeprägtem Stop, mandelförmigen, dunklen Augen und mittelgroßen, aufrecht getragenen Ohren, die an der Spitze leicht nach vorne kippen. Die Rute ist lang, buschig und wird in einer leichten Kurve getragen. Der Körperbau ist muskulös, mit geradem Rücken, tiefer Brust und langen, kräftigen Gliedmaßen, die dem Collie Ausdauer, Schnelligkeit und Wendigkeit verleihen. Charakterlich ist der Langhaarcollie ein Paradebeispiel für Intelligenz, Sensibilität und Arbeitsfreude. Er ist ausgesprochen menschenbezogen, baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf und zeigt sich besonders kinderlieb und freundlich. Trotz seines ausgeprägten Hüteinstinkts ist er sanft, geduldig und ausgeglichen. Der Collie ist lernwillig, leichtführig und benötigt eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Seine hohe Energie und sein Bewegungsdrang machen ihn zu einem idealen Begleiter für aktive Familien und Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen. Der Collie ist bekannt für seine ausgeprägte Mimik und seine Fähigkeit, die Stimmungen seiner Menschen zu erkennen und darauf einfühlsam zu reagieren. Er ist ein Hund, der sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden muss, um ausgeglichen und zufrieden zu sein.