Hunderasse des Tages: Grand Griffon Vendeen

Herkunft und Geschichte
Der Grand Griffon Vendéen ist eine der ältesten französischen Laufhunderassen und ein lebendiges Zeugnis der jahrhundertealten Jagdtradition Westfrankreichs. Seine Ursprünge reichen bis ins späte Mittelalter zurück, als in der Region Vendée, einer von dichten Wäldern, Sümpfen und rauem Klima geprägten Landschaft, große, robuste und ausdauernde Jagdhunde gezüchtet wurden. Die Bezeichnung „Griffon“ steht in Frankreich für rauhaarige Jagdhunde, während „Grand“ auf die Größe und das kräftige Format dieser Rasse verweist. Bereits im 16. Jahrhundert wurden in der Vendée Hunde beschrieben, die dem heutigen Grand Griffon Vendéen ähneln und für die Jagd auf Großwild wie Wildschwein, Hirsch und Wolf eingesetzt wurden. Die Rasse entwickelte sich aus lokalen Griffon-Typen, die mit anderen französischen Laufhunden wie dem Grand Bleu de Gascogne und dem Grand Gascon Saintongeois gekreuzt wurden, um Kraft, Ausdauer und einen feinen Geruchssinn zu vereinen. Im 19. Jahrhundert wurde die Zucht durch engagierte Jäger und Züchter weiter verfeinert, wobei besonderes Augenmerk auf das harsche, wetterfeste Fell, die lange Schnauze, die kräftigen Gliedmaßen und die charakteristische Kopfform gelegt wurde. 1867 wurde der erste Rassestandard veröffentlicht, 1907 folgte die Gründung des ersten Zuchtvereins. Der Grand Griffon Vendéen wurde in Frankreich schnell populär und war vor allem bei der Jagd in unwegsamem Gelände, bei der Büchsenjagd und der Meutejagd sehr geschätzt. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte die Rasse 1963 offiziell an (Standard Nr. 282). Heute ist der Grand Griffon Vendéen in Frankreich weiterhin ein beliebter Jagdhund, der häufig in Meuten eingesetzt wird, aber auch als vielseitiger Familienhund in anderen europäischen Ländern gehalten wird. Seine Geschichte steht für die Verbindung von französischer Jagdtradition, regionaler Anpassung und der Fähigkeit, sich über Jahrhunderte hinweg als leistungsfähiger, vielseitiger Laufhund zu behaupten.
Aussehen und Charakter
Der Grand Griffon Vendéen ist ein großer, kräftig gebauter und dennoch eleganter Laufhund mit einem beeindruckenden Erscheinungsbild. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 62 bis 68 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt meist zwischen 30 und 36 Kilogramm. Das Fell ist lang, rau, hart und dicht, mit dicker Unterwolle, die optimal vor Nässe, Kälte und Dornen schützt. Die Fellfarben sind vielfältig: einfarbig, zweifarbig oder dreifarbig, meist mit weißer oder beiger Grundfarbe und plattenartigen Flecken in Orange-, Rot-, Sand-, Braun- oder Schwarztönen. Besonders markant sind die buschigen Stirnfransen, der struppige Schnauzbart und die langen, weichen Schlappohren, die tief angesetzt sind und über den Nasenschwamm hinausreichen können. Die Augen sind groß, oval, dunkel und strahlen Intelligenz und Freundlichkeit aus. Die Rute ist dick, säbelförmig getragen und wird stolz aufrecht gehalten. Charakterlich ist der Grand Griffon Vendéen ein Paradebeispiel für Lebensfreude, Ausdauer, Mut und Eigenständigkeit. Er ist sehr anhänglich, familienbezogen und freundlich, zeigt aber auch einen ausgeprägten Jagdtrieb und eine gewisse Dickköpfigkeit. Sein Temperament ist lebhaft, verspielt und manchmal schelmisch – ein Hund mit viel Charme und Charakter. Trotz seiner Jagdpassion ist er im Haus ruhig, ausgeglichen und sozial, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Der Grand Griffon Vendéen ist ein Hund mit starkem Willen, der eine konsequente, aber liebevolle Erziehung benötigt. Er ist intelligent, lernwillig und kann bei entsprechender Förderung auch im Hundesport, bei Mantrailing oder als Therapiehund glänzen. Seine Vielseitigkeit, sein freundliches Wesen und seine Anpassungsfähigkeit machen ihn zu einem beliebten Begleiter für aktive Menschen, die einen robusten, aber sensiblen Hund suchen.